Eines der beliebtesten Touristenziele liegt im bayrischen Allgäu. Das berühmteste Schloss wurde ab 1869 von dem bayrischen König Ludwig II gebaut.

Weniger bekannt ist, dass das neue Schloss Neuschwanstein auf der alten Castrum Swangowe gebaut wurde, das zum ersten Mal im Jahre 1090 urkundlich erwähnt wurde. Die Burg bestand aus zwei kleinen Anlagen, dem Palas und dem Bergfried. Die Burg wurde von den Welfen und später den Staufern genutzt.

In den folgenden Jahren wurde das Schloss immer wieder umgebaut und modernisiert. Das heutige Aussehen bekam das Schloss aber erst durch die Baumaßnahmen von Ludwig II, der die Bauarbeiten 1869 in Auftrag gab. Die Fertigstellung verzögerte sich um Jahre, da der König immer mehr Änderungen einbrachte. Erst 1884 nutzte der König das Schloss zum ersten Mal. Bis zu seinem Tod 1886 lebte er nur insgesamt 172 Tage in dem Schloss.

Die ganze Anlage war dem Leben und Werk Richard Wagners gewidmet, der das Schloss aber nie betreten hat. Der König bezahlte die Baukosten aus eigener Tasche. Aus den zuerst veranschlagten 3,2 Millionen Mark wurden am Ende über 6,1 Millionen Mark.

Heute fasziniert das Gebäude jährlich viele Touristen, die die zweihundert Räume erkunden können. Die Prunkräume des Königs vermitteln den Luxus, in dem der König zu seiner Zeit lebte. Viele technische Raffinessen wurden in das Gebäude integriert, die im 19. Jahrhundert den neusten Stand der Technik repräsentierten. Dazu gehörten batteriebetriebene Klingelanlagen für die Dienerschaft und sogar Telefonanschlüsse in den oberen Räumen. Automatische Toilettenspülungen und Warmwasseranlagen waren auch ein Novum für diese Zeit.

In Deutschland gilt die Anlage als das Touristenziel Nummer eins. 2013 wurde der Besucherrekord mit 1,52 Millionen Besuchern aufgestellt. Für die Region ist das Schloss Neuschwanstein eine wichtige Einnahmequelle, die rund 6,5 Millionen Euro jährlich einbringt. Das Touristenzentrum veranstaltet normale und Themenführungen und vermittelt dadurch vielen Besuchern das Leben des bayrischen Königs.