Mitten im Bodensee liegt die 45 Hektar große Insel Mainau. Das Klima des Bodensees begünstigt die Insel so, dass auf ihr subtropisches Klima vorherrscht. Mainau, die auch oft als Blumeninsel im Bodensee bezeichnet wird, bietet vielen Palmen und mediterranen Pflanzen ein ungewöhnliches Zuhause.

Die Insel ist schon seit 3000 v. Chr. bewohnt, wie Ausgrabungen in den dreißiger Jahren bewiesen. Ab 724 gehörte sie zu dem Kloster Reichenau, wurde aber später den Edlen von Langenstein als Lehen übertragen. In den folgenden Jahren wechselte die Insel häufig den Besitzer, bis sie nach dem Zweiten Weltkrieg als Sanatorium für Schwerkranke genutzt wurde. Der französische General Jean de Lattre de Tassigny ließ die Insel von deutschen Bewohnern räumen und beherbergte dort über 4000 französische Häftlinge.

1951 übernahm Lennart Bernadotte die Insel von seinem Vater, in dessen Besitz sie nach dem Krieg wieder übergegangen war. Er ließ auf der Insel ein Blumenparadies entstehen, verbesserte die Infrastruktur und erschuf einen Touristenmagneten. Er restaurierte das Schloss, öffnete in dem Gutshofgebäude eine Gaststätte und ließ die Kirche in neuem Glanz erstrahlen. Er baute viele neue Gartenanlagen, wie die italienische Wassertreppe und einen Naturerlebnispfad.

Um jeglichen Erbstreit zu vermeiden, ging die komplette Insel 1974 in eine Stiftung über. Bis in die 1990er besuchten jährlich mehr als zwei Millionen Touristen die Insel.

Die Besucher können heute wundervolle Spaziergänge durch die tropische Vegetation machen und mehr als 500 verschiedene Laub und Nadelgehölze bewundern, darunter einen der ältesten Urweltmammutbäume. Jedes Jahr lockt die Insel mit einer großen Orchideenschau im Palmenhaus viele blumenbegeisterte Besucher an. Im Sommer blühen in dem Park mehr als 200 Rhododendren und Azaleensorten. Auch für Freunde von Rosen ist gesorgt; im italienischen Rosengarten blühen über 500 verschiedene Rosensorten.

Wer genug von der Flora hat, kann das Deutschordenschloss auf der Insel besuchen, das 1739 gebaut wurde. Die zum Schloss gehörende Kirche wurde im Stil des oberschwäbischen Hochbarock gebaut und bietet viele interessante Stuckarbeiten.